|
Von März bis Juni 2007 findet in Wien eine Untersuchung zu Grundeinkommen statt
Dabei soll sich ein Dialog über die Möglichkeiten und Chancen eines bedingungslosen Grundeinkommens ergeben, bei verschiedenen Veranstaltungen sowie im Internet.
Die Ergebnisse werden in einer Schlussveranstaltung im Juni veröffentlicht und diskutiert. Sie dienen auch der Erarbeitung einer Broschüre über Grundeinkommen.
Beteiligen auch Sie sich an dieser Befragung!
Flyer auflegen, Befragen, Diskutieren, Verlinken, etc.
Kontakt: Aktionengruppe Grundeinkommen, Kennwort: Befragung
Email>> kommunikation(AT)ksoe.at
BEFRAGUNG:
Stellen Sie sich vor, im Jahr 2015 gibt es innerhalb
der EU bereits fünf Jahre lang ein bedingungsloses Grundeinkommen! 1. Durch mein Grundeinkommen hat sich für mich verändert...
2. Seit der Einführung des Grundeinkommens hat sich in der Gesellschaft verändert...
Zurück zu 2007:
3. Welche Fragen mich im Zusammenhang mit einem Grundeinkommen noch beschäftigen...
Beanworten Sie die Fragen hier direkt im Internet - Formular weiter >>
>> Oder senden Sie Ihre Antworten bzw. Fragen (anonyme Behandlung; an: Aktionsgruppe Grundeinkommen, Kennwort: Befragung, Schottenring 35/DG, 1010 Wien bzw. per Email >> kommunikation(AT)ksoe.at
Und hier gibt es noch eine andere Umfrage zu Grundeinkommen - weiter >
(Dauer ca. 10-15 min; einfach online die Antwortmöglichkeiten ankreuzen)
Die zentralen Anliegen der Meinungserhebung sind:
> Einstellung gegenüber dem bedingungslosen Grundeinkommen
> Gerechtigkeitsvorstellungen in Bezug auf das bedingungslose Grundeinkommen
An der Meinungserhebung können alle Personen teilnehmen, welche Interesse haben, die Forschungsarbeit zu unterstützen.
Der empirische Fragebogen steht im Zentrum der Master-Thesis des MBA ISMOS Lehrganges Sozialmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien zum Thema Grundeinkommen und die Frage der sozialen Gerechtigkeit.
Zur Online-Befragung - weiter >
Grundeinkommen ist
eine bedingungslose, finanzielle Zuwendung,
die jedem Mitglied der Gesellschaft
in existenzsichernder Höhe,
ohne Rücksicht auf sonstige Einkommen,
auf Arbeit oder Lebensweise
als Rechtsanspruch zusteht
und eine Krankenversicherung inkludiert.
„Es würde ethische Maßstäbe in das Leben der Gesellschaft zurückbringen, indem es das Konkurrenzsystem durch das Prinzip des Teilens ersetzt.
Es würde das Prinzip von Rechten etablieren“
(Zygmunt Bauman)
> Kriterien für ein Grundeinkommen:
allgemein : alle BewohnerInnen, die dauerhaft im Land leben, müssen tatsächlich in den Genuss dieser Leistung kommen
existenzsichernd : die zur Verfügung gestellte Summe soll ein bescheidenes, aber dem Standard der Gesellschaft entsprechendes Leben, die Teilhabe an allem, was in dieser Gesellschaft zu einem normalen Leben gehört, ermöglichen
personenbezogen : jede Frau, jeder Mann, jedes Kind hat ein Recht auf Grundeinkommen. Nur so können Kontrollen im persönlichen Bereich vermieden werden und die Freiheit persönlicher Entscheidungen gewahrt bleiben. Die Höhe ist für Kinder und Jugendliche niedriger als für Erwachsene.
Arbeits - unabhängig : mit Grundeinkommen ist weder eine Kontrolle unbezahlter Arbeit, noch eine Verpflichtung zur Erwerbsarbeit verbunden. Die ethische Verpflichtung zu sinnvoller Tätigkeit ist damit nicht aufgehoben, gleichzeitig soll deutlich werden, dass Arbeit nicht einfach mit Erwerbstätigkeit gleichgesetzt werden kann und auch andere Formen von
Arbeit gesellschaftlich notwendig sind.
ohne Armutsfalle : Leistung drückt sich keineswegs nur in Geldeinkommen aus. Trotzdem soll Grundeinkommen so gestaltet sein, dass jedes zusätzliche Einkommen das verfügbare Einkommen erhöht.
demokratisch : die Inanspruchnahme von Grundeinkommen darf nicht diskriminierend sein, deshalb müssen es alle in einer Gesellschaft bekommen.
Arbeitsloses Einkommen?
Entkoppelung von Arbeit und Einkommen findet statt:
oben “: Einkommen ohne Arbeit
Durch Kapitalerträge, Aktienbesitz, Einkünfte aus Besitzvermögen
„ unten “: Arbeit ohne Einkommen
Working poor, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Generation Praktikum, Pseudoarbeitsmarkt für ältere Arbeitslose |
ARBEIT OHNE EINKOMMEN
In Österreich sind 460.000 Menschen arm. Die Arbeitslosenstatistik weist viele Menschen nicht als arbeitslos aus (z.B. weil sie in Schulungen sind). Die wirkliche Arbeitslosenrate liegt bei ca. 10%.
Unter den Beschäftigten gibt es immer mehr Menschen, die unfreiwillig Teilzeit arbeiten oder von
ihrer Arbeit nicht leben können. Viele sind auf geringfügige Jobs oder Praktika angewiesen. Die
Definition von Vollbeschäftigung wird seit kurzem bei 3,9% (früher 2,5%) angesetzt.
Das Ausmaß freiwilliger Arbeit, würde es bezahlt werden, entspricht mehreren hunderttausend Vollzeit-Arbeitsplätzen (ca. 480.000). Unbezahlte Arbeit – sie wird hauptsächlich von Frauen erbracht - und schlecht bezahlte Arbeit schlagen sich in niedrigem Arbeitslosengeld, Notstandshilfe und niedrigen Pensionen von Frauen (45% weniger als bei Männern) nieder.
EINKOMMEN OHNE ARBEIT
Die reichsten 60.000 in Österreich besitzen 33,6% aller Vermögen. Daraus erhalten sie
„arbeitsloses Einkommen“.
Geldvermögen, Immobilien, Unternehmen: konsolidiertes (d.h. gesamtes) Vermögen 2002 Anteile der Top-1% und der Top-10% an den einzelnen Vermögenstypen
Quelle: Sozialbericht 2003/2004
Grundeinkommen - in Freiheit tätig sein
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist es, dass allen Menschen ein Leben in Würde
möglich ist – egal, ob sie Besitz haben oder eine Erwerbsarbeit. Weil sich die Gesellschaft insgesamt immer mehr leisten kann, jedoch der Markt bzw. das System der Erwerbsarbeit und das System sozialer Sicherung, das daran anknüpft, den Zugang aller Menschen zu diesen Möglichkeiten immer weniger gut gewährt, gibt es den Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens.
- "um die Unsicherheiten der Flexibilisierung der Erwerbsarbeit abzufedern
- um selbst Verantwortung übernehmen und entscheiden zu können, wie ich mein Leben gestalte"
(Lieselotte Wohlgenannt: aus "10 Gründe für ein Grundeinkommen" |
Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde es möglich, mehr Gestaltungsraum zu bekommen: Welche Form der Arbeit (Erwerbsarbeit, Familien, Soziales, Kulturelles, Eigenarbeit etc.) möchte ich in welchem Ausmaß wann wählen? Derzeit richten sich die Flexibilisierungs-erfordernisse immer mehr nach dem Markt. Weil viele Produkte und Dienstleistungen aufgrund der fort-schreitenden Rationalisierung und technischen Möglich-keiten mit immer weniger menschlichem Input erbracht werden können, wird Erwerbsarbeit zum Nadelöhr. Am unteren Ende tobt der Überlebenskampf bzw. der Kampf
um Erwerbsarbeit immer erbitterter. Der Staat reagiert mit verschärften Kontrollen und Auflagen bei der Gewährung von existenz-sichernden Sozialleistungen. Erwerbslose, prekär Beschäftigte, Lohnabhängige – sie alle werden gegeneinander ausgespielt.
Grundeinkommen oder Mindestsicherung?
Eine Mindestsicherung, wie sie von der Bundesregierung vorgesehen ist, ändert nichts Grundsätzliches: Zuerst muss das eigene Vermögen oder Einkommen des Partners aufgebraucht werden. Wenn nachgewiesen ist, dass man sich nicht selber helfen kann und keine Erwerbsarbeit findet bzw. zu den vorgegebenen Bedingungen annimmt, erst dann hilft die Mindest-sicherung finanziell. Erwerbslose sollen nicht nur zu Schulungen, sondern auch zu gemeinnütziger Tätigkeit verpflichtet werden. Diese Mindestsicherung ist lediglich eine Sozialhilfe NEU. Der Administrationsaufwand dabei ist enorm. Viele werden diese aufgrund des aufwändigen Verfahrens, der Kontrollen und Auflagen und aus Scham nicht annehmen.
Zahlreiche Personen haben sich bereits für die Idee eines bedingungsloses Grundeinkommens ausgesprochen:
Österreich
Juliane Alton (IG Kultur); Margit Appel (Kath. Sozialakademie Österreichs);
Martin B. (Callcenter-Agent); Christine Bauer-Jelinek (Initiative für Mikro-Unternehmer/innen); Petra F. (Studierende); Luise Gubitzer (Wirtschaftsuniversität Wien); Melina Klaus (KPÖ);
Alfred K. (Meinungsforschungsinstitut), Dietmar Köhler (Initiativgruppe Arbeitslosigkeit);
Herbert Paulischin (Dachverband der SozialarbeiterInnen); Johann R. (Selbständiger);
Kurt Rothschild (em. Univ.-Prof. für Wirtschaftswissenschaften, Universität Linz); Peter
Simonischek (Schauspieler); Johanna U. (Tourismusfachfrau), Bischof Ludwig Schwarz
(Diözese Linz)
International
Zygmunt Bauman (Soziologe/Großbritannien); Michael Opielka (Prof. f. Sozialpolitik, Deutschland), Philippe van Parijs (Wirtschaftsethiker - Universitäten Harvard und Louvain); Senator Eduardo Matarazzo Suplicy (Brasilien; Mitbegründer der Arbeiterpartei PT); Erzbischof Desmond Tutu (Friedensnobelpreisträger, Südafrika); Georg Vobruba (Soziologe, Deutschland)
Aktionen
Befragung auf der Kärnterstraße in Wien am 13.4.2007:
Bild 
 Bilder: Karoline Bloderer
Podiumsdiskussion "Neue Armut in Österreich"
am 27. März 2007, 19-21 Uhr in der
Pfarre Stadlau, 1220 Wien
es diskutierten:
Bundesminister Dr. Erwin Buchinger
Mag. Michael Chalupka, Evang. Diakonie
Prof. Christa Ellbogen, Forum für Arbeit. Wirtschaft. Soziales
Johann Lechner, KABÖ als Moderator
Start der Untersuchung Grundeinkommen - siehe Presseaussendung >>

BM Buchinger wird zum Grundeinkommen befragt

Wenn auch Sie interessiert sind an diesem Konzept: newsletter >
Wenn Sie uns sagen möchten, was ein Grundeinkommen in Ihrem Leben und in der Gesellschaft
verändern könnte, schreiben Sie uns bzw. kommen Sie mit uns ins Gespräch >.
Wenn Sie Termine zum Thema Grundeinkommen erfahren möchten: Termine >
top

|